Mitmachen und tolle Preise gewinnen

 

Wir suchen eure kreativen Ideen zum Thema "Freundschaft ist ... bunt!" Alle Informationen zum Wettbewerb und den Teilnahmebedingungen bekommt ihr hier.

Die Ideengeber

Gustav Beyer

Franziska Bulle

Claudia Flach

Lara Gahlow

Lou A. Godvliet

Lea Goeppert

Lisa Winter

Alina Frechen

Laura Meyer

Jens Augspurger

 

 

Melanie Lal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Traumschreiber

Träumen in der Werkstatt – ein Workshop-Leiter erzählt

 

von Franziska Bulle

 

Medienpädagoge, Journalist und Filmemacher – Fabio Magnifico kann vieles zugleich und wird dieses Jahr einen der sieben Workshops für „jugend creativ“ leiten. Traumschreiberin Franziska Bulle sprach mit ihm über seine Träume, Projekte und darüber, was die Bundessieger des 44. „jugend-creativ“-Wettbewerbs an der Ostsee eigentlich erwartet.

 

Träume hat jeder. Doch nur wenige leben diese tatsächlich. Fabio Magnifico ist einer von ihnen. Er lebte seinen Traum und wurde dadurch nicht nur Medienpädagoge, sondern auch Journalist und Filmemacher. Der Italiener genießt sein Leben in einer der vielen kleinen Nebenstraßen von Bielefeld mit Haus, Familie und eigenem Medienbüro in vollen Zügen. Nebenher zieht es ihn des Öfteren an die Ostseeküste, um dort Seminare für Jugendliche und Studenten zu geben. So auch bald wieder für den Wettbewerb „jugend creativ“, als Preis für all diejenigen, die es geschafft haben, die Jury zu überzeugen.
 

„Ich bin ein Querdenker!“


„Am Anfang stand das Radio und ein Artikel über Medienpädagogik von Dieter Baake (Theoretiker und Professor für Medienkompetenz). Das muss so in den 70er Jahren gewesen sein“, beschreibt Fabio seinen Weg zur Medienpädagogik. Er hat in Italien Lehramt und Pädagogik studiert und mit Kindern Radioprojekte gemacht. Als er den Artikel von Baake las, der unter anderem auch Professor an der Universität Bielefeld war, wurde ihm klar „Das mache ich hier doch gerade. Kindern den Umgang mit Medien erklären und ihnen dazu eine kritische Reflektion aufzeigen!“ Fabio brach seine Zelte in Italien ab und ging zum Studieren nach Bielefeld. Sein Traum: „Ich will mit Dieter Baake forschen und studieren!“ Jetzt lebt Fabio in der Mitte seines Lebenstraums und stellt fest: „Manchmal können Träume eben wahr werden. Ich kann mein Leben selber steuern.“


Neben Seminaren an der Uni, gründete Fabio Magnifico 1994 die Medienagentur www.dvmedia.de und machte sein Hobby Film zum Beruf. „Ich bin durch meinen Onkel in die Filmbranche reingerutscht. Ich habe mit ihm früher Filme gedreht und irgendwann erkannt, dass der Film als Medium effektiver ist als Radio.“ So machte sich der Italiener noch einen weiteren lang ersehnten Traum wahr. Er verwirklichte den Film „Die Bielefeldverschwörung“ (2010). „Ich habe allen in meinem Umfeld gesagt, irgendwann mache ich diesen Film. Die Idee stammt aus einer Internetrecherche über Bielefeld, wo Bielefeld angeblich nicht existiert – Stichwort: Bielefeld existiert gar nicht.“ Was er dabei am meisten schätzte, waren seine Kontakte. „Der Film musste produziert werden, was Unmengen an Geld verschlingen kann. Da war es gut, dass ich so viele Leute um mich herum hatte, die mir halfen.“


Durch dieses Projekt hat er auch gelernt, dass er seine Berufe nicht so einfach trennen kann und auch nicht trennen will. „Ich benutze meine Fertigkeiten und Neugierde, um immer wieder Neues zu lernen. Ich bin sozusagen ein Querdenker, der die Zusammenhänge zwischen den Dingen sucht.“ Genau das versucht er auch den Studierenden an den Unis Bielefeld und Köln beizubringen. „Ich will sie dazu ermuntern mit Medien umzugehen, sich davor gegebenenfalls zu schützen und einen kritischen Blick zu bewahren.“ Wie er das macht? Mit seiner Seminarreihe „Vorsicht“ lernen die Studenten von der Pike auf, was es heißt einen Film zu produzieren: Von der ersten Idee, dem Drehbuch, Casting, Dreh, Schnitt zum abschließenden Ergebnis. Dabei lässt sich das Stichwort „Learning-by-Doing“ möglicherweise am besten mit dem Grundsatz von Fabio verbinden.


Neue Projekte und neue Träume hat der Italiener trotz der vielen Arbeit. „Ich möchte bis zur Rente an der Uni Bielefeld und an der Uni Köln mein Wissen weitergeben und noch ganz oft den „jugend creativ“-Gewinnern und vielen anderen jungen Menschen den Umgang mit Medien näher bringen. Außerdem drehe ich momentan an der Kurzfilmreihe ‚Für immer Bielefeld‘.“ Der Episodenfilm (www.fuerimmerbielefeld.de) zeigt anlässlich des 800-jährigen Jubiläums von Bielefeld fünf Liebesgeschichten und dient gleichzeitig als Hommage an die Stadt.


„Doch am meisten freue ich mich in nächster Zeit auf die Woche auf dem Scheersberg, an der schönen Ostsee, mit den Kindern von ‚jugend creativ‘. Das Essen ist da einfach fantastisch!“
 

Realität und Traum in Scheersberg
 

Was die Gewinner dort erwartet? Neue Erfahrungen, ein lockeres und kompetentes Team und viele interessante Eindrücke zum Thema „Träume“. „Montag werden erst einmal alle Workshops eingeteilt.“ Die Kinder haben dann die Möglichkeit innerhalb von 24 Stunden den Workshop zu wechseln, wenn sie doch lieber in einen anderen möchten. Es gibt verschiedene Richtungen unter anderem Malerei und Film. „Das Beste aber ist, dass die jungen Teilnehmer wirklich nur das machen, was sie wirklich möchten! Wir sind nur die Unterstützer ihrer Ideen. So weiß ich selber auch noch nicht, was nachher dabei rauskommt und was genau gemacht wird. Aber es wird sicherlich fantastisch.“ Fabios Workshop wird eine Kurzfilm-Werkstatt, in der ein etwa fünfminütiger Spielfilm gedreht wird. Das gesamte Equipment von Videokamera bis Schnittrechner wird zur Verfügung gestellt.


Fabio erinnert sich nicht mehr daran, wie oft er schon auf dem Scheersberg war, aber er weiß eines ganz genau: „In der Mitte der Woche gibt es immer eine Krise, wie im Film auch. Der fallende Höhepunkt und danach geht es wieder richtig gut und mit neuem Elan weiter. Am Ende gibt es dann Tränen, weil der Abschied so schwer fällt und man zurück aus diesem Traum in die Realität muss.“


Von Abschied redet Fabio Magnifico noch lange nicht, denn er hat viele neue Projekte im Kopf, die es umzusetzen gilt. Auf die Frage, wo er sich in zehn Jahren sieht, antwortet er ganz entspannt: „Genau hier in meinem Garten träume ich weiter von neuen schönen Projekten und trinke meinen Espresso.“


 

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