Mitmachen und tolle Preise gewinnen

 

Wir suchen eure kreativen Ideen zum Thema "Freundschaft ist ... bunt!" Alle Informationen zum Wettbewerb und den Teilnahmebedingungen bekommt ihr hier.

Die Ideengeber

Gustav Beyer

Franziska Bulle

Claudia Flach

Lara Gahlow

Lou A. Godvliet

Lea Goeppert

Lisa Winter

Alina Frechen

Laura Meyer

Jens Augspurger

 

 

Melanie Lal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Traumschreiber

Kreativ ist jeder auf seine eigene Art


von Franziska Bulle


Ausgezeichnete Traumbilder weitergedacht! Die Bundessieger in den Bereichen Bildgestaltung und Kurzfilm haben beim 44. Internationalen Wettbewerb „jugend creativ“ eine ganz besondere Woche in der internationalen Jugendbildungsstätte auf dem Scheersberg gewonnen. An sieben Tagen durften die 50 Schülerinnen und Schüler ihre künstlerischen Fähigkeiten in Workshops ausbauen. „Traumschreiberin“ Franziska wagte die Reise an die deutsche Ostseeküste und schaute sich die Sommerakademie für uns mal ganz genau an.


Als Journalistin ist man auch kreativ, dachte ich immer. Doch als ich auf dem Scheersberg all die kreativen Köpfe sehe, die aus einem Blatt Papier und mit Hilfe von Stiften eine Traumwelt zaubern, bin ich mehr als nur beeindruckt und fühle mich erstmal etwas deplatziert. Dieses Gefühl hält aber nicht lange an! Es dauert nicht lange, bis mich alle kennen und ins Herz schließen.


„Hier können alle ihrer Fantasie freien Lauf lassen.“


In sechs Werkstätten werden fleißig Träume verwirklicht und neue ins Auge gefasst. „Hier können alle ihrer Fantasie freien Lauf lassen“, erklärt mir die Leiterin der „Träume spinnen“-Werkstatt Marie-Luise das Konzept. Dann geht’s für mich schon zum nächsten Workshop.

 

"Traumschreiberin" Franziska (Mitte)
in der Fotowerkstatt

Bei den Zeichen- und Gestaltungskünstlern gewinne ich kurz vor dem Mittagessen einen Eindruck, was künstlerische Begabung heißt. Filigrane Zeichnungen und Pop-Art-Collagen liegen und hängen überall im Raum verteilt. Die Atmosphäre ist entspannt, jedoch konzentriert. Man spürt förmlich wie die Träume von den Köpfen der Teilnehmer auf ein Blatt Papier projiziert werden wollen.

Auch in den anderen Werkstätten merke ich, wie viel Talent in den jungen Kreativen steckt. Im Fotolabor erscheinen mir meine schnell gemachten Fotos plötzlich als relativ ausdruckslos. Die Jugendlichen machen zum Thema „Träume“ passende Fotos mit einer alten Kamera. Analog und schwarz-weiß, statt digital und bunt ist hier die Devise. Eine Teilnehmerin erklärt mir, dass man nicht einfach so schnell auf den Auslöser drückt und mehrere Male das Gleiche fotografiert, sondern sich Zeit nimmt für jedes einzelne Foto. Zeit wird auch für das Entwickeln der Fotos benötigt. „Hektisch geht nicht in der Dunkelkammer!“
 


„Freiheit, leckeres Essen, gute Workshops.“


Nach ersten interessanten Einblicken geht es zum Mittagessen. Während mir ein Kreativer vom „sensationellen Essen“ berichtet, schaue ich doch etwas erstaunt auf die Salatbar. Bis ich verstanden habe, dass ich nur die Vorspeise esse, ist es schon zu spät. Ich hab eigentlich keinen Hunger mehr auf die üppige Hauptspeise und das Dessert – mein Bauch ist voll. Da erzählt mir eine andere Teilnehmerin auch schon, dass es in zwei Stunden wieder Kaffee und Kuchen gibt. Sieben Tage Scheersberg heißt dann wohl, jeden Tag einen neuen Essenstraum verwirklicht zu bekommen.


„Wir ziehen alle an einem Strang.“


Nach einer Freizeitpause mit Volleyball und anderen Spielen geht es weiter in den Werkstätten. Ich habe schon alle Workshops unter die Lupe genommen und bleibe wieder bei der „Träume spinnen“-Werkstatt hängen. Hier – so drückt es ein Teilnehmer passend aus – „werden Träume in ein schützendes Vogelnest eingebettet“. Alle basteln an ihrer persönlichen Traumkiste. Aus Pappmaschee entstehen so Hund, Katz und Vogel und einige griechische oder römische Figuren, die dann auf die Kisten geklebt werden. Die werden dann am nächsten Tag noch angemalt und mit einem „Traumzettel“ versehen. Wer eine kreative Pause braucht, kann Fußball in der Sporthalle spielen, wo die Werkstatt auch aufgebaut ist.


Lisa, Werkstatt-Leiterin und frühere mehrfache Bundessiegerin des „jugend creativ“-Wettbewerbs, erklärt mir, was „jugend creativ“ für sie bedeutet: „Es ist eine Ansammlung von Leuten, die etwas extrem Gutes im Sinn haben und irgendwie kreativ sind. Wir ziehen hier alle an einem Strang. Die Teilnehmer erfahren hier teilweise das erste Mal richtige Unterstützung und Wertschätzung.“


„Es gibt viel zu tun.“


Später dann treffe ich Fabio, Leiter der Kurzfilm-Werkstatt. Ihn kenne ich schon aus meinem Interview „Träumen in der Werkstatt – ein Workshop-Leiter erzählt“. Die Filmcrew ist beschäftigt und so bekomme ich nur ein kurzes Statement von Fabio: „Du siehst ja, was hier jetzt los ist. Es gibt viel zu tun und eine Szene muss noch gedreht werden.“ Die Teilnehmer sind kaum ansprechbar. Hoch konzentriert richten sie die Kamera ein und geben letzte Anweisungen an die Schauspieler. Alles wird selber gemacht: vom Schauspielern bis hin zum Schnitt. Kleinarbeit, die sich nachher aber lohnt.


„Alles muss bis Samstag für die Präsentation fertig sein“, erläutert mir Kathleen, Projektleiterin von „jugend creativ“ beim Bundesverband der Volksbanken und Raiffeisenbanken in Berlin. Denn der Film wird Samstag vor allen Teilnehmern der Sommerakademie in Scheersberg vorgeführt. Da wird dann auch gerne die letzte Nacht durchgemacht, damit der Film oder das ein oder andere Kunstwerk auch ja noch fertig wird.


„Eine einzigartige Atmosphäre!“


Am nächsten Morgen gehe ich noch einmal auf Entdeckungstour. Noch einmal im Fotolabor erzählt mir Janik, mehrmaliger Teilnehmer und diesjähriger Gewinner beim Kurzfilmwettbewerb, was „jugend creativ“ für ihn ausmacht. „Der Wettbewerb ‚jugend creativ‘ erzeugt eine einzigartige Atmosphäre. Dabei lernt man im entspannten Umfeld die Handgriffe verschiedener Kunstformen und erhält die Möglichkeit sich mit Gleichgesinnten auszutauschen.“


All das und noch mehr ist „jugend creativ“. Es ist – wie mir viele Teilnehmer und Team-Mitglieder berichten – „ansteckend“. Einmal Scheersberg, immer Scheersberg! Ich kann jetzt schon sagen: Mein Wiederkommen ist nicht ausgeschlossen. Schließlich startet auch dieses Jahr wieder eine neue Runde „jugend creativ“.


Ab 1. Oktober 2014 liegt es in euren Händen, wieder kreativ zu werden und zum Thema „Immer mobil. Immer online. Was bewegt dich?“ Kurzfilme, Malereien, Zeichnungen, Collagen und andere Kunstwerke einzureichen. Auf dass die Köpfe vor Ideen nur so rauchen werden und der Scheersberg im Sommer 2015 wieder von neuen kreativen Träumern besiedelt wird!

 

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